Obersüßbach
Freitag, 02. Oktober 2020

Dorferneuerung und Gemeindeentwicklung

„Neues gestalten – Bewährtes erhalten“

Mit großem Interesse verfolgten die Teilnehmer der letzten Gemeinderatssitzung das Referat von Herr Hartmut Hofbauer vom ALE (Amt für ländliche Entwicklung Niederbayern) zum Thema Dorferneuerung und Gemeindeentwicklung, für die das ALE zuständig ist. Herr Hofbauer stellte die Aufgaben, Ziele, Förderung und den Ablauf einer Dorferneuerung vor. Hauptaufgaben des ALE sind z.B. die Betreuung der Dorferneuerung, die Flurneuordnung, die Integrierte Ländliche Entwicklung (ILE) als gemeindeübergreifende Zusammenarbeit, das Durchführen von Infrastrukturmaßnahmen (Wege, Wasser, Grünstrukturen) und freiwilliger Landtausch. Es leistet planerische, finanzielle und organisatorische Hilfe. Bei ihm sind auch entsprechende Anträge zu stellen. Mitarbeiter des Amtes leiten und betreuen die Projekte, auch sehr viel vor Ort. Ziel des Landesentwicklungsprogramms ist die Schaffung gleichwertiger Lebensbedingungen in Stadt und Land. Die Dorferneuerung dient der nachhaltigen Verbesserung der Lebens-, Wohn-, Arbeits- und Umweltverhältnisse auf dem Lande. Die verschiedenen Möglichkeiten der staatlichen Förderung wurden von Herrn Hofbauer erläutert. Die Umsetzung der Maßnahmen erfolgt durch die Teilnehmergemeinschaft, die Gemeinde und die Bürger, denn Voraussetzung für eine erfolgreiche Dorferneuerung ist das gemeinsame Engagement der Gemeinde und der Bürger, die bei dem Projekt einbezogen werden. Nur so werden nachhaltige Ergebnisse erzielt. Daher gilt der Grundsatz: „Ohne Bürgermitwirkung keine Dorferneuerung!“ Die Einwohner sind bei der Dorferneuerung wichtige Ideengeber für die Gemeinde. Sie sollen sich einbringen und Vorschläge, Zustimmung, aber auch Skepsis artikulieren – kurz: eine aktive Rolle bei der Dorferneuerung spielen. Träger der Dorferneuerung sind entweder Gemeinde und Teilnehmergemeinschaft, der Zusammenschluss aller Grundeigentümer oder die Gemeinde alleine bei einfachen Dorferneuerungen. Die Gemeinde ist in jedem Falle maßgeblich am Planungs- und Entscheidungsprozess beteiligt. Mit der ausführlichen Vorstellung des Konzeptes ist ein 1. Schritt in Richtung Dorferneuerung getan. Die Gemeinde wird diese Thematik in jedem Falle wieder aufgreifen. Bürgermeister Michael Ostermayr und das Gremium haben die Weichen für eine große Dorferneuerung bereits in ihrer Klausurtagung Ende Juni in Parkstetten gestellt und einige Vorhaben in Erwägung gezogen. Vor allem die Betreuung im Alter ist allen Teilnehmern ein großes Anliegen gewesen. Eine Festlegung der Dorfmitte zur Schaffung von Wohnraum für altersgerechtes oder betreutes Wohnen und ein Ausbau der Pflegestation St. Elisabeth sollte u. a. im Rahmen der Dorferneuerung in Angriff genommen werden.